Alterssichtigkeit

Wenn Sie selbst zu den älteren Semestern zählen und sich langsam aber sicher mit einer Alterssichtigkeit (medizinisch Presbyopie) beschäftigen müssen, dann machen Sie sich keine Sorgen. Es handelt sich nicht um eine Krankheit, sondern gehört zur normalen und physiologischen Alterung dazu, die Ihre Augenlinse im Verlauf der Jahre hinnehmen muss. Viele Menschen spüren die Alterssichtigkeit schon ab circa 40 Jahren, was jedoch noch lange kein Grund ist, auf eine gestochene Sicht zu verzichten. Wir verraten Ihnen in diesem unabhängigen Ratgeber mehr über die Alterssichtigkeit, deren Herkunft, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Woher die Alterssichtigkeit kommt – die Ursachen

Wenn es um Fehlsichtigkeiten geht, dann stehen normalerweise

stark im Fokus. Durch viele verschiedene Faktoren, sowohl erblich als auch durch Umwelteinflüsse, kann eine dieser Fehlsichtigkeiten auftreten. Bei der Alterssichtigkeit sieht die Sache allerdings anders aus.

Auch im Alter ohne Lesebrille entspannt lesen können – mit einer Laser-OP.

Auch im Alter ohne Lesebrille entspannt lesen können – mit einer Laser-OP. © stokkete / fotolia

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um ein Problem im Alter, wobei auch jüngere Menschen ab circa 40 Jahren an den ersten Anzeichen der Alterssichtigkeit leiden können.

Die Augenlinse des Menschen hat die Fähigkeit der Akkommodation, was bedeutet, dass der Sehende problemlos von einer nahen auf eine weite Sicht „umschalten“ kann. Bei der Alterssichtigkeit ist diese Fähigkeit schwächer, die Stärke der Augenlinse lässt ein wenig nach und die Personen erkennen die ersten Symptome.

Der „normale“ Abstand, um beispielsweise ein Buch zu lesen, beträgt um die 35 Zentimeter. Damit es für die Augenlinse überhaupt möglich ist, in diesem Bereich scharf zu sehen, muss sie sich wölben. Diese Fähigkeit ist im Alter geschwächt, weil es zu einer Verhärtung der Linse kommt. Die Bereiche, bei denen das Auge keine Probleme hat, diese scharf zu stellen, rücken nach und nach mehr in die Ferne, weshalb ältere Menschen ihre Objekte auch Stück für Stück immer weiter von sich weghalten. Mit etwa 65 Jahren können alterssichtige Personen oft nur noch ohne Lesebrille scharf sehen, wenn sich Objekte mehr als zwei Meter entfernt befinden.

Generell unterscheidet sich der Abstand, mit dem wir bzw. unsere Augen Gegenstände fokussieren können, sehr stark, je nachdem, wie alt eine Person ist.

AlterZentimeter-Abstand zum Fokussieren
mit 2 Jahrenca. 5 Zentimeter
mit 7 Jahrenca. 7 Zentimeter
mit 20 Jahrenca. 10 Zentimeter
mit 40 Jahrenca. 25 Zentimeter
mit 50 Jahrenca. 50 Zentimeter
mit 65 Jahrenca. 2 Meter

Wissenswert: Viele stellen die Presbyopie (bzw. die Alterssichtigkeit) mit der Altersweitsichtigkeit auf eine Stufe. Bei der Weitsichtigkeit handelt es sich jedoch um einen Brechungsfehler des Auges (Stichwort Brechkraft), bei der Alterssichtigkeit nicht. Die Alterssichtigkeit ist dagegen ein ganz normaler Prozess der Alterung, der jeden Menschen gleichermaßen betrifft, aber teilweise mehr oder weniger ausgeprägt ist.

Woran Sie die Alterssichtigkeit erkennen – die Symptome

In den meisten Fällen macht sich die Alterssichtigkeit ab circa 40 Jahren bemerkbar. Dabei können die Personen in der Ferne noch sehr gut sehen, doch das nahe Sehen lässt langsam nach. Aus diesem Grund nutzen im Alter die meisten Menschen keine Gleitsichtbrille (für beide Varianten), sondern „nur“ eine Lesebrille, um die schwächere Nahsicht zu kompensieren.

Als Symptome treten beispielsweise

  • allgemeine Müdigkeit
  • Lesen ist sehr anstrengend
  • Kopfschmerzen
  • verschwommenes Bild
  • ein dumpfes Druckgefühl

Wenn Sie eine Zeitung, ein Buch oder auch ein Preisschild im Supermarkt schon mal unbewusst weiter weggehalten haben, weil Sie es in der Nähe schlechter sehen konnten, kann dies ein Anzeichen für eine erste Alterssichtigkeit sein.

Irgendwann ist es jedoch soweit, dass es nicht ausreichend ist, die Gegenstände einfach ein wenig weiter wegzuhalten, um wieder schärfer zu sehen. In diesem Fall greifen die Betroffenen meistens auf eine einfache Lesebrille zurück, die das Problem erst einmal wieder löst.

Interessant: Der Prozess der Alterssichtigkeit startet zwar schon mit etwa 40 Jahren, ist aber mit etwa 65 auch abgeschlossen, sodass Sie in diesem Fall davon ausgehen können, dass die Augen nicht noch schlechter und noch schlechter werden.

Alterssichtigkeit und Fehlsichtigkeiten kombiniert

Da natürlich nicht nur Personen, die keine Fehlsichtigkeit besitzen, an Alterssichtigkeit leiden, sondern alle Menschen, stellt sich die Frage, wie beispielsweise Kurz- mit Alterssichtigkeit oder Weit- mit Alterssichtigkeit „kombiniert“ wird. Was bedeutet es für die Patienten, im Alter auch an Alterssichtigkeit zu leiden?

Wer schon unter einer Fehlsichtigkeit leidet, wird meistens früher alterssichtig.

Wer schon unter einer Fehlsichtigkeit leidet, wird meistens früher alterssichtig. © K.- P. Adler / fotolia

  • Bei Kurzsichtigkeit: Patienten, die bereits kurzsichtig sind, spüren im Alter kaum einen Unterschied, da sie bereits durch die Kurzsichtigkeit die Alterssichtigkeit ausgleichen. Es verändert sich höchstens noch mal die Stärke bzw. der Abstand, der zum Objekt für eine Fixierung nötig ist.
  • Bei Weitsichtigkeit: Die Weitsichtigkeit geht in der Regel immer in eine Alterssichtigkeit über. Wenn bereits eine Weitsichtigkeit besteht, dann tritt die Alterssichtigkeit bei diesen Personen oft etwas früher auf, unter Umständen ab ca. 35 Jahren.

Erfahren Sie im nachfolgenden Vergleich mehr über die Laser-Methoden und deren Preise, die Ihnen bei Fehlsichtigkeiten zur Verfügung stehen.

Mögliche Behandlungen der Alterssichtigkeit

Wenn Sie ab circa 40 Jahren erste Anzeichen der Alterssichtigkeit spüren, sollte Sie der erste Gang zum Augenarzt führen. Hier wird geklärt, wie stark die Akkomodationsfähigkeit Ihrer Augen noch ausgeprägt ist. Es handelt sich bei dem Test um den einfachen Tafel-Test, bei dem Sie Zahlen, Buchstaben oder Symbole sehen und benennen müssen. Unter Umständen kommt je nach Arzt aber auch ein Refraktometer zum Einsatz, bei dem die Lichtbrechung im Auge gemessen wird.

  • Brille:
    Nach der Durchführung des Tests beim Optiker oder Augenarzt wird in der Regel zu Beginn mit einer Brille gearbeitet, die auf die aktuelle Weitsichtigkeit eingestellt ist. Die Stärke der Alterssichtigkeit (gilt aber auch für Fehlsichtigkeiten) wird in Dioptrien angegeben, die durchaus auf den Augen verschieden sein können. Los geht es meistens mit einer Lesebrille mit +0,5 oder +0,75 Dioptrien, um beim Lesen wieder scharf sehen zu können. Im Verlauf der Zeit erhöht sich dieser Dioptrien-Bereich immer weiter und liegt bei 60- oder 65-Jährigen oft schon bei etwa +3 Dioptrien. Wenn bereits eine Fehlsichtigkeit (beispielsweise eine Weitsichtigkeit mit +2 Dioptrien) vorhanden ist, wird die Alterssichtigkeit addiert, was bedeutet, dass im Alter von etwa 65 Jahren auch eine Alterssichtigkeit von +5 Dioptrien möglich wären. Bei der Kurzsichtigkeit ist die Rechnung anders, da die Kurzsichtigkeit nicht mit Plus-, sondern mit Minus-Werten angegeben wird. Wer -3 Dioptrien besitzt und in der Alterssichtigkeit mit ca. 65 Jahren +3 Dioptrien, kann im Alter ohne Brille lesen. Es kommt hierbei allerdings immer auf den Einzelfall an.
  • Kontaktlinsen:
    Auch Kontaktlinsen werden gerne eingesetzt, um die Alterssichtigkeit auszugleichen. Dabei haben Sie drei verschiedene Arten zur Auswahl, um die Sicht zu verbessern: Verfahren Sie nach dem Prinzip der Monovision, setzen Sie bifokale Kontaktlinsen ein oder verfahren Sie nach dem simultanen Prinzip – oder bestimmter Mischformen. Ihr Augenarzt wird Sie beraten, welche Variante in Ihrem Fall am besten oder überhaupt geeignet ist.
  • Operation:
    Wenn die Augenlinse nicht nur nicht mehr so elastisch ist, sondern auch noch trüb, dann spricht man medizinisch gesehen vom Grauer Star (auch bekannt als Katarakt). In dieser Hinsicht lässt sich eine Augen-Operation durchführen, bei der eine Kunstlinse als Implantat aus Kunststoffmaterial eingesetzt wird. In der „Experimentalphase“ befinden sich dagegen noch die Varianten, bei der Linsen weichgelasert werden oder ein Hornhaut-Implantat eingesetzt wird.
  • Augenlasern:
    Für die Alterssichtigkeit kommen in der Regel nur zwei Verfahren zum Einsatz. Bei der LASIK-OP (oder Variationen davon, wie die Femto-LASIK) wird eine Neugestaltung der Lamelle vorgenommen – lesen Sie hier mehr über den Ablauf von Laser-Operationen. Auch die Conduktive Keratoplastik (kurz CK) wird bei Alterssichtigkeit angewendet, allerdings nur, wenn der Patient nicht kurzsichtig ist (also in der Ferne gut sehen kann) und die Weitsichtigkeit noch nicht stärker als +1,5 Dioptrien ausgeprägt ist.
  • Keine Behandlung:
    Natürlich ist es möglich, die Alterssichtigkeit überhaupt nicht zu behandeln und im Großen und Ganzen wird Ihnen dabei auch nichts passieren. Dennoch müssen Sie sich darauf einstellen, dass Sie möglicherweise im Bereich von zwei Metern nur noch verschwommen sehen, wenn Sie keine Behandlung vornehmen oder eine Brille tragen. Natürlich sparen Sie ohne eine Behandlung erst mal Geld, doch beispielsweise die einmaligen Kosten einer Augenlaser-OP rentieren sich, wenn Sie bedenken, dass Sie im Bestfall auf eine Brille verzichten und dennoch scharf sehen können.
  • Augentraining:
    Ein richtiges Augentraining bei der Alterssichtigkeit lässt sich leider nicht durchführen, um den natürlichen Prozess der Alterung – auch für unsere Augen – aufzuhalten. Sie können allerdings bereits in jungen Jahren helfen, das Problem nach hinten zu verschieben bzw. Ihren Augen von Zeit zu Zeit etwas Gutes tun. Das können bewusste Pausen beim Arbeiten am Computer sein, aber auch das frühzeitige Erkennen einer eventuellen Fehlsichtigkeit, damit sich die Augen nicht stärker verschlechtern und Sie im Alter früher und stärker alterssichtig sind.

Welche der Behandlungsmethoden in Ihrem Fall am besten geeignet ist, dürfte eine medizinische Entscheidung sein. Sie können sich allerdings bereits im Vorfeld über Ihre Möglichkeiten informieren, wie Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und schlussendlich auch die Alterssichtigkeit per Laser zu behandeln sind. Fakt ist, dass es in zahlreichen Städten Deutschlands und sogar im Ausland (z.B. in Istanbul) hochwertige Augenlaserzentren gibt, die sich Ihren Wünschen und Bedürfen anpassen. Achten Sie in diesem Fall allerdings immer auf die Qualität der Zentren und blicken Sie erst im zweiten Schritt auf den Preis, um kein Risiko einzugehen.

Auch bei Alterssichtigkeit gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten. © Jacob Lund / fotolia

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