Dioptrien einfach erklärt

Wenn von einer Fehlsichtigkeit die Rede ist, dann ist auch die Angabe der Dioptrien-Zahl nicht weit. Diese Ziffer gibt an, ob es sich einerseits um eine Weit- oder Kurzsichtigkeit handelt und welche Stärke die Fehlsichtigkeit aufweist. Erfahren Sie nachfolgend alles Wissenswerte zur Dioptrien-Stärke und deren Bedeutung. Sie erfahren auf unserem Portal alles über die Möglichkeit des Augenlaserns, um die Fehlsichtigkeit in beide Richtungen korrigieren zu lassen.

Woher stammt der Begriff Dioptrien?

Erst einmal möchten wir die grundlegende Definition des Begriffs „Dioptrien“ bzw. deren Abkürzung „dpt“ in Angriff nehmen. Woher kommt die Bezeichnung eigentlich? Der Begriff bezeichnet eine Maßeinheit und stammt aus dem Bereich der Optik. Bezeichnet wird hiermit die Brechkraft von einem optischen System, zu dem u.a. Brillen gehören.

Um also zu beschreiben, wie stark ein optisches System das Licht brechen muss, damit sich die Fehlsichtigkeit korrigieren lässt, wird der Wert in Dioptrien angegeben.

Merke: Bei dem Begriff „Dioptrien“ handelt es sich um eine Maßeinheit, die die Brechkraft beschreibt. Sie ist der sogenannte Kehrwert zum bekannten Meter, was bedeutet, dass 1 dpt (Abkürzung für Dioptrien) 1 m-1 gleichzusetzen ist. Doch wie hängt die Brechkraft mit der Brennweite zusammen? Die Brechkraft wird mit „D“ abgekürzt und ist der Kehrwert von „f“, der Brennweite. Eingeführt wurde die Dioptrie als Maßeinheit im Jahr 1872 von Ferdinand Monoyer.

Negative und positive Dioptrien stehen für Kurz- und Weitsichtigkeit

Wenn Sie bereits eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, dann kennen Sie sicherlich die angegebene Dioptrien-Zahl aus Ihrem Brillenpass. Hier ist entweder von einem positiven Plus-Wert, oder von einem negativen Minus-Wert die Rede. Doch was bedeutet das eigentlich?

Zwei Beispiele:

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass negative Werte stets eine Kurzsichtigkeit aussagen und ein positiver Dioptrien-Wert dagegen für eine Weitsichtigkeit steht.

Was sagt die Stärke einer Dioptrien-Zahl aus?

Umso mehr, umso besser? Leider nicht bei der Fehlsichtigkeit, hier gilt das umgekehrte Prinzip. Das bedeutet, dass ein Patient mit -2 Dioptrien eine geringere Kurzsichtigkeit hat als eine Person mit -5 Dioptrien. Das Gleiche gilt auch für die Weitsichtigkeit. Liegt diese bei +5, dann ist sie stärker ausgeprägt als bei einer Person mit +2 Dioptrien.

Fazit: Umso höher die Dioptrien-Zahl (ob plus oder minus), umso stärker auch die Fehlsichtigkeit. Höhere Zahlen müssen mit einer höheren Korrektur ausgeglichen werden, was bedeutet, dass die Sehstärke ohne eine Sehhilfe schwächer ist, wenn die Dioptrien-Zahl sehr hoch ist.

Ab wann ist eine Kurz- und Weitsichtigkeit leicht oder stark?

Vielleicht waren Sie bereits beim Optiker oder beim Augenarzt und kennen Ihre aktuellen Dioptrien-Werte. Dann möchten Sie vielleicht wissen, ob Ihre Fehlsichtigkeit eher in den leichten oder stärkeren Bereich fällt. Klar ist, dass höhere Zahlen auch eine stärkere Fehlsichtigkeit bedeuten. Doch was wird eigentlich als leichte Kurz- und Weitsichtigkeit eingestuft und ab wann spricht man von einer starken Fehlsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit (entfernte Objekte können schlechter wahrgenommen werden):

  • schwach: bis ca. -1 Dioptrien
  • mittel: ab ca. -2 Dioptrien (dauerhafte Sehhilfe empfohlen)
  • stark: ab ca. -5 Dioptrien

Weitsichtigkeit (nahe Objekte können schlechter wahrgenommen werden):

  • schwach: bis ca. +1 Dioptrien
  • mittel: ab ca. +2 Dioptrien (dauerhafte Sehhilfe empfohlen)
  • stark: ab ca. +5 Dioptrien

Sofern es nicht die Kurz- oder Weitsichtigkeit ist, die Ihnen zu schaffen macht (oder nicht nur), sondern die Hornhautverkrümmung (auch Stabsichtigkeit bzw. Astigmatismus genannt), dann werden verschiedene Dioptrien-Werte auf dem Brillenpass angegeben.

Ermittlung der Dioptrien-Werte – ein Sehtest gibt Aufschluss

Theoretisch lässt sich der Dioptrien-Wert anhand einer Faustformel berechnen, allerdings ist davon in der Praxis definitiv abzuraten. Stattdessen sollten Sie in jedem Fall zum Optiker, besser noch zum Augenarzt, um Ihre Dioptrien-Werte ermitteln zu lassen. So lässt sich die eigene Sehschärfe bzw. Sehschwäche korrekt ermitteln und bei Bedarf eine geeignete Sehhilfe anordnen. Wird beispielsweise eine Altersweitsichtigkeit festgestellt, kann z.B. eine Lesebrille sinnvoll sein – auch Gleitsichtbrillen können diese ganz normale Form der Fehlsichtigkeit ausgleichen. Je nach eigener Dioptrien-Zahl müssen die Brillengläser bzw. die Linse vom Augenoptiker anders gestaltet sein, um die Sehschärfe von Normalsichtigen zu erreichen. Bei einer Hornhautverkrümmung ist dagegen – wie der Name schon vermuten lässt – die Hornhaut gewölbt bzw. gekrümmt. Das bedeutet, dass es kein grundlegendes Problem in der Entfernung oder Nähe gibt, sondern die Lichtstrahlen nicht auf einem Punkt der Netzhaut gebündelt auftreten, sondern in einer Brennlinie. Auch die Stärke der Hornhautverkrümmung bzw. die Frage, wie das Licht in den Augapfel einfällt (in Form des Brechwertes) wird in Dioptrien angegeben, dazu bei einer Hornhautverkrümmung auch die Werte „Cyl.“ für den Zylinder und die Achslage. Bis zu 0,5 Dioptrien einer Hornhautverkrümmung ist beim menschlichen Auge allerdings normal.

Um zumindest die Kurzsichtigkeit ganz grob zu ermitteln, lässt sich auch online der sogenannte Landolt-Test durchführen. Wichtig hierbei ist allerdings, dass in jedem Fall auch ein Gang zum Experten folgt, damit die Dioptrien-Werte ganz genau und individuell für Ihre Augen bestimmt werden können. Eine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen, die nur auf einer Eigenbestimmung der Dioptrien-Werte beruhen, wäre fatal und könnte unter Umständen eine starke Verschlechterung der Augenwerte nach sich ziehen.

Kleiner Tipp: Wenn Sie unter einer Fehlsichtigkeit leiden und nicht dauerhaft an eine Brille oder an Kontaktlinsen gebunden sein wollen, empfehlen wir Ihnen, über eine Augenlaser-OP nachzudenken. Informationen Sie sich auf unserer Seite über das Thema Augen lasern, die verschiedenen Verfahren und finden Sie ein geeignetes Augenlaserzentrum in Ihrer Nähe.

Wie sieht die Umwelt mit einer Kurzsichtigkeit aus?

Falls Sie selbst (noch) keine Fehlsichtigkeit aufweisen, sich aber vielleicht schon prophylaktisch für das Thema interessieren, so möchten Sie vielleicht auch wissen, wie Betroffene die Kurz- und Weitsichtigkeit empfinden und vor allem sehen.

Im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Bilder von Objekten zu sehen, die entsprechend so verändert wurden, dass sie den Zustand zeigen, den ein Fehlsichtiger mit einem, zwei oder mehr Dioptrien sieht.

Zwar entspricht diese digitale Nachbearbeitung nicht zu 100 % dem Bild, was Kurz- und Weitsichtige Personen wirklich wahrnehmen (und das kann die Autorin dieser Seite bewusst behaupten, da auch sie mit -2,25 Dioptrien kurzsichtig ist und die Bilder eigenständig überprüft hat). Dennoch geben sie Menschen ohne eine Fehlsichtigkeit oder mit einer geringeren Ausprägung einen Anhaltspunkt darüber, wie die Sehstärke von den Betroffenen wahrgenommen wird.

Hier ein Beispiel:

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